Die Schwanenborte habe ich nach einer Anleitung von Marijke van Epen gewebt. Die Vorlage dazu basiert wiederum auf einem historischen isländischen Muster.
Das Muster wird mit einem ausgelassenen Einzug gewebt. Das bedeutet, dass von den vier Löchern eines Brettchens nur drei mit Fäden bezogen werden; ein Loch bleibt frei. Der Musterteil besteht aus 30 Brettchen.
Meine erste Schwanenborte webte ich 2007 nach der traditionellen isländischen Methode. Dabei wird in der Sequenz vor – zurück – vor gedreht. Durch den ausgelassenen Einzug entsteht eine Gewebebindung, die bei einem normal mit vier Fäden bezogenen Brettchen nicht sichtbar wäre, da sie vom vierten Faden überdeckt wird. Die damalige Anleitung war recht aufwendig, da die Brettchen in jeder Musterzeile neu sortiert werden mussten.

Verwendet habe ich rote und weiße Londoner Seide (80/2). Die Borte ist nur 0,7 cm breit. Ich entschied mich bewusst für dieses außergewöhnlich feine Material, weil viele historische Borten mit ähnlich dünnen Fäden gewebt wurden und ich ausprobieren wollte, wie sich damit arbeiten lässt.
Allerdings rissen die Fäden ständig, sodass ich den Versuch nach einigen Zentimetern abbrach. Die etwas stärkere Qualität 60/2 ist ebenfalls sehr fein, lässt sich jedoch deutlich angenehmer verarbeiten.
Material blaue Wolle / weißes Leinen
2015 webte ich das Muster erneut – diesmal nur nach einer Skizze. Das Motiv blieb unverändert. Der ausgelassene Einzug blieb erhalten, auf die traditionelle isländische vor – zurück – vor-Sequenz verzichtete ich jedoch und webte stattdessen in der normalen Drehfolge weiter.
Hier zusätzlich mit Wolle broschiert: