Oseberg 34D
Bente Skogsaas
Herausgegeben: 2019
Eigenverlag
90 Seiten
Sprache: Norwegisch, Englisch
komplett in Farbe
Nur noch antiquarisch erhältlich
ISBN: 9-788230-019153 

Als ich dieses Buch 2019 zum ersten Mal rezensiert habe, war ich nicht unvoreingenommen. Ich hatte bereits Kontakt zur Autorin und den Klappentext für das Buch geschrieben.
Mit einigen Jahren Abstand (inzwischen schreiben wir das Jahr 2026) fällt meine Bewertung etwas anders aus.

Mit 90 Seiten im A5-Format ist das Buch eher schmal. Es ist zweisprachig (Norwegisch und Englisch) und hat neu rund 33 Euro gekostet. Eigentlich sehr teuer, aber für einen Selbstverlag mit kleiner Auflage ist dieser Preis jedoch nachvollziehbar.
Bente hat sich intensiv mit Band 34D aus Oseberg beschäftigt und eine insgesamt stimmige Rekonstruktion vorgelegt. Die Sorgfalt, mit der sie das Band immer wieder gewebt und Schritt für Schritt dem Original angenähert hat, spiegelt sich auch im Buch wider. Gerade für Leser, die sich für historische Borten und deren Rekonstruktion interessieren, ist dieser Einblick in den Forschungsprozess besonders interessant.


Das Buch enthält zahlreiche Fotos und Zeichnungen der Originalborte, beschreibt den Weg zur Rekonstruktion, geht auf Material- und Technikfragen ein und dokumentiert die verschiedenen Annäherungen an das Original. Ergänzt wird dies durch eine ausführliche Beschreibung der verwendeten Technik sowie neun Musteranleitungen. Allerdings weichen diese stark von den 'üblichen Schreibweisen' ab. 

Ob das Buch den Preis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Ich frage mich allerdings bis heute, ob die Borte tatsächlich ausschließlich in dieser Technik gewebt wurde oder ob nicht auch eine Kombination aus Brettchen- und Litzengewebe infrage kommt. Das würde zum gleichen Ergebnis führen, wäre aber deutlich weniger arbeitsintensiv. Ein vergleichbarer Fund ist aus Chelles in Frankreich bekannt.