Ein Schultertuch mit angewebten Borten
Manche Dinge will man schon ewig machen, aber irgendwie schreckt man auch immer wieder davor zurück.
Bei mir sind es die angewebten Borten gewesen. Ich wollte schon immer ein Tuch mit einer angewebten Borte haben, aber irgendwie schreckte ich immer vor der Arbeit zurück. Alles funktioniert doch auch prima mit einer angenähten Borte.
Doch dann bekam ich einen handgewebten Stoff von Marled mit einem großzügigen Rest von der Kette, der schreit 'web eine Borte an'... da ich es passenderweise wenige Wochen später zu einer Veranstaltung tragen konnte, war bei mir kein Halten mehr und ich setzte mich dran.
Ein historisch inspiriertes Schultertuch
Ich gehöre zu den Frauen, die eigentlich immer frieren. Besonders im Winter ist mir selbst in einer gut geheizten Wohnung kalt.
Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir dafür ein schönes, kuscheliges, warmes Schultertuch zu machen. Natürlich mit Brettchenborten an den Rändern. Inspiriert wurde ich hier von den baltischen Funden, aber ich habe darauf verzichtet, mich mit so viel Metall zu behängen.
Herausgekommen ist ein Tuch mit den Abmessungen 1,50 x 1,0 m
Hasen zu Weihnachten
Jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage: Was schenkt man jemandem, der eigentlich schon alles hat? In diesem Fall erinnerte ich mich an die Vorliebe des Beschenkten für Hasen und entschied mich, selbst etwas zu weben.
Wenn Frau 2020 plötzlich viel mehr Zeit hat, weil wegen Corona keine Veranstaltungen mehr stattfinden können und auch Treffen mit Freunden deutlich seltener geworden sind, dann sucht sie sich eben ein neues Projekt.
Es gibt viele Dinge, die ich machen möchte, wenn ich einmal in Rente bin. Eines davon habe ich bereits 2020 in Angriff genommen: die Rekonstruktion des Thorsberger Prachtmantels.
Alleine konnte ich dieses Projekt allerdings nicht umsetzen, denn ich kann zwar Brettchenweben, aber keinen Stoff weben. Deshalb habe ich Marled von „Archäotechnik Textile Fläche“ angesprochen. Sie hat sich bereit erklärt, den Stoff für mich zu weben. Damit musste ich mich „nur“ noch um die Recherche und Rekonstruktion der brettchengewebten Borten kümmern.
Vom Thorsberger Prachtmantel haben sich mehrere Fragmente erhalten, und der Mantel ist vergleichsweise gut dokumentiert. Inzwischen weiß man, dass zwei Borten direkt als Anfangs- und Endkante an den Stoff angewebt waren, während die beiden anderen Borten nachträglich angenäht wurden.
Vorbild für dieses Kissen ist das Kopfkissen der Grabfigur des Pfalzgrafen Heinrich II. von Maria Laach, die um 1270/80 von einem Kölner Bildhauer geschaffen wurde.
Alles begann auf dem Flachsmarkt in Krefeld. Am Stand des Hauses der Seidenkultur entdeckte ich einen Stoff mit einem wunderschönen Elefantenmuster. Ich war sofort begeistert und kaufte ihn – allerdings ohne zu wissen, was ich daraus machen sollte.
Manchmal ergeben sich die besten Projekte aus einem Tauschgeschäft.
Da ich dringend eine neue Homepage brauchte, von Webdesign aber überhaupt keine Ahnung hatte, ergab sich eine praktische Lösung: Ich fertigte für meine Freundin Kerstin ein Kostüm für ein Avatar-Bodypainting an, und ihr GöGa half mir dafür bei der Homepage.