I
n der Publikation Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg – Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtechnik in der Eisenzeit in Mitteleuropa finden sich auf Seite 110 vergleichende Skizzen verschiedener Mäandermotive aus keltischer Zeit.
Eine dieser Skizzen hat mich zu einer eigenen brettchengewebten Borte inspiriert. Das Motiv geht auf die Verzierung einer Schwertscheide aus Grab 994 in Hallstatt zurück, die in das 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. datiert wird.
On page 110 of the publication Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg – Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtechnik in der Eisenzeit in Mitteleuropa, comparative drawings of various meander motifs from the Celtic period are presented.
One of these drawings inspired me to create my own tablet-woven band. The motif is based on the decoration of a sword scabbard from Grave 994 at Hallstatt, dated to the 5th–4th century BC.
Für meine Umsetzung habe ich 16 Musterbrettchen verwendet, die jeweils mit drei gelben und einem roten Faden bezogen sind. Hinzu kommen vier rote Randbrettchen, jeweils zwei an jeder Seite. Zusammen sind das 20 Brettchen.
Gewebt habe ich die Borte in einer Art Sulawesi-Technik. Für die Umsetzung benötigte ich keine detaillierte Webanleitung: Die Skizze des Motivs reichte mir aus, um daraus ein funktionierendes Webmuster zu entwickeln.
For my version, I used 16 pattern tablets, each threaded with three yellow threads and one red thread. In addition, I used four red border tablets, two on each side, making a total of 20 tablets.
I wove the band using a technique similar to the Sulawesi technique. I did not need a detailed weaving draft to work out the design; the drawing of the motif alone was enough for me to develop a workable weaving pattern.

Auch auf anderen eisenzeitlichen Textilien finden sich Mäandermotive. Dazu gehören Hallstatt-Textil 123A (Inv.-Nr. 89.832) und Hallstatt-Textil 186 (NHM Inv.-Nr. 90.186) sowie die Hochdorfer Fragmente 1.42 und 1.45.
Ein weiteres interessantes Vergleichsstück ist das brettchengewebte Textilfragment aus Hallstatt mit der Inventarnummer 126520, das ebenfalls in einer Art Sulawesi-Technik gewebt wurde. Es bietet einen spannenden Anknüpfungspunkt für die Beschäftigung mit historischen Webtechniken und der Umsetzung geometrischer Muster.
Meander motifs also appear on other Iron Age textiles, including Hallstatt textile 123A (Inv. No. 89.832) and Hallstatt textile 186 (NHM Inv. No. 90.186), as well as Hochdorf fragments 1.42 and 1.45.
Another interesting comparative piece is the tablet-woven textile fragment from Hallstatt with inventory number 126520, which was also woven using a technique similar to the Sulawesi technique. It provides an intriguing starting point for exploring historical weaving techniques and the implementation of geometric patterns.
Literatur:
Grömer, Karina and Thomas Stöllner (2009). Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg: Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtechnik in der Eisenzeit in Mitteleuropa.” Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Vol. 56, pp. 105–157.
Technik: Eine Art Sulawesi
Anleitung: eigener Entwurf / Twisted Threads