Das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf war außergewöhnlich reich mit Textilien ausgestattet. Leider sind nach mehr als 2.500 Jahren viele davon vergangen und nur wenige Fragmente erhalten geblieben.
Zu ihnen gehört auch dieses Brettchengewebe, dessen Muster auf der Auswertung des Fragments TC106 durch Sylvia Crumbach basiert.
Da das Fragment lediglich 1,5 × 1,4 cm misst und nur zehn Schnüre in Folge erhalten sind, lässt sich das ursprüngliche Aussehen der vollständigen Borte nicht mehr sicher bestimmen. Jede Nachwebung kann daher nur eine Annäherung an das Original sein.
Das Original wurde mit vier Fäden pro Brettchen gewebt. Jeweils zwei rote und zwei blaue Fäden waren zu einer Schnur verzwirnt. Entsprechend der Musterung sind die Schnüre abschnittsweise S- oder Z-gedreht und bilden eine zweifarbige Mäandermusterung.

Für meine Nachwebung verwendete ich 24 Brettchen, davon 17 Musterbrettchen und 7 Randbrettchen. Die Brettchen wurden mit jeweils zwei blauen und zwei gelben Wollfäden aufgezogen.
Als Schussfaden verwendete ich ebenfalls Wolle. Die fertige Borte ist etwa 2,4 cm breit.

Dieses Muster entspricht der Vorlage aus dem Buch des Keltenmuseum Heuneburg 'Bunte Tuche gleißendes Metall - Frühe Kelten der Hallstattzeit'
Das Projekt hat mich so fasziniert, dass ich für die Gesamtlänge von 2,50 m nur 2 Wochen benötigt habe. Ich konnte einfach nicht davon lassen.
Literatur:
Johanna Banck-Burgess, "Hochdorf IV", 1999
Kathrina von Kurzynsky "... und ihre Hosen nennen sie bracas", 1996
Johanna Banck-Burgess, "Mittel der Macht. Textilien bei den Kelten", 2012
Hartwig Zürn, "Hallstattzeitliche Grabfunde in Württemberg und Hohenzollern, 1987
Keltenmuseum Heuneburg 'Bunte Tuche gleißendes Metall - Frühe Kelten der Hallstattzeit', 2007
Muster: Sylvia Crumbach
Technik: Köperbindung