Auch wenn viele kostbare Textilien des Mittelalters die Jahrhunderte nicht überdauert haben, gibt es immer wieder außergewöhnliche Stücke, die erhalten geblieben sind und uns noch heute einen Eindruck von der Pracht mittelalterlicher Textilien vermitteln.

Zu diesen Schätzen gehört der Reliquienschatz von St. Truiden. Er stammt ursprünglich aus Köln und steht im Zusammenhang mit der Verehrung der heiligen Ursula und der 11.000 Jungfrauen. Zwischen 1270 und 1272 wurde der Reliquienschatz von Abt William von Rijckel erworben und nach St. Truiden gebracht. Dabei wurden nicht die Reliquien selbst verkauft, sondern die Behältnisse und textilen Umhüllungen, in denen sie aufbewahrt wurden.

Although many precious medieval textiles have not survived the centuries, there are still exceptional pieces that have endured and give us an impression of the splendour of medieval textiles even today.

Among these treasures is the reliquary treasure of St. Truiden. It originally came from Cologne and is associated with the veneration of Saint Ursula and the 11,000 Virgins. Between 1270 and 1272, Abbot William of Rijckel acquired the reliquary treasure and brought it to St. Truiden. The relics themselves were not sold; rather, what was acquired were the containers and textile wrappings in which the relics were kept.


Es wird vermutet, dass die meisten der Textilien gemeinsam mit den Reliquien aus Köln nach St. Truiden gelangten.

Das hier gewebte Muster ist typisch für die Brettchenborten aus St. Truiden. Es findet sich unter anderem auf den Borten TX106 (Breite 1,2 cm) und TX110 (Breite 0,5 cm) sowie in ähnlicher Form auf TX113 (Breite 0,6 cm). Ein vergleichbares Motiv begegnet außerdem in zahlreichen anderen zeitgenössischen Handarbeiten.

Da ich eine Borte für ein Tasselband benötigte, entschied ich mich für ein etwas stärkeres Garn und orientierte mich bei der Breite an TX106.

It is assumed that most of the textiles were brought from Cologne together with the relics.

The pattern woven here is typical of the tablet-woven bands from St. Truiden. It appears, among others, on bands TX106 (1.2 cm wide) and TX110 (0.5 cm wide), and in a similar form on TX113 (0.6 cm wide). Comparable motifs can also be found in numerous other contemporary textile works.

As I needed a band for a tassel cord, I decided to use a somewhat heavier yarn and based the width on TX106.

Ich habe die Borte mit 15 Brettchen gewebt. Als Kettfaden verwendete ich Realseide 40/4, mit Krapp gefärbt von Marled und selbst gesponnen. Der Schussfaden besteht aus Realseide 40/2, ebenfalls mit Krapp von Marled gefärbt. Als Broschierfaden kam 8-karätiger Goldlahn zum Einsatz.

Die fertige Borte ist etwa 1,2 cm breit. Für die Nachwebung habe ich ungefähr 20 Stunden benötigt.

I wove the band with 15 tablets. For the warp, I used reeled silk 40/4, dyed with madder by Marled and hand-spun. The weft consists of reeled silk 40/2, also dyed with madder by Marled.
For the brocading, I used 8-carat gold thread.

The finished band is approximately 1.2 cm wide. It took me about 20 hours to weave.


Literatur:
Provinciaal Museum voor Religieuze Kunst, 'Stof Uit de Kist. de Middeleeuwse Textielschat Uit de Abdij Van St.-Truiden', Sint-Truiden 1991
Datenbank Belgian Art Links and Tools Stand Dezember 2015
Muster: eigener Entwurf
Technik: Broschieren