Das Band stammt aus dem Gräberfäld Moščevaja Balka, das an der Seidenstraße am Schwarzen Meer liegt und wird auf das 8. - 9. Jhd. datiert.
Die Borte wurde wahrscheinlich als Besatz eines Gewandes verwendet, an einer Kante sind Nahtspuren erhalten.
The origin of this band is the burial ground of Moščevaja Balka. It had been found 1974 and ist dated to the 8th until the 9th century. As there are sewings on one border of the band it seems to be used as decoration of a cloth.
Die Textilfunde stammen aus einem Schrein aus St. Severin in Köln. Man weiß, dass der Holzschrein im Jahr 948 verschlossen wurde und anhand von Mäusefraßspuren konnte man bei fast allen Textilien aus dem Fund feststellen, dass die Textilien zu dem Zeitpunkt im Schrein lagen.
Bei der Albe, auf die die Brettchenweberei genäht war, konnte man keine Fraßspuren finden und sie nicht genau zeitlich zuordnen. Da die Technik und Motive der brettchengewebten Borte Parallelen zu den Funden aus den Gräbern der französischen Königin Bathilde aufweist, die 680 in Chelles beigesetzt wurde, wird angenommen, dass die Albe ein ähnliches Alter hat.
Weiterlesen: Eine Borte aus dem Textilfund aus St. Severin in Köln
Die Borte am Ärmel der Heiligen Bertille
Als in Chelles die Gräber der Heiligen Bathild (gestorben ca. 680) und der Heiligen Bertille (gestorben ca. 704) geöffnet wurden, fanden sich dort viele brettchengewebte Borten. So war z.B. die Ärmel der Tunika der Bertille mit brettchengewebter Borte verziert worden.
Ich habe die Borte des Ärmels in rot und weiß nachgewebt. Im Original hat die Borte zwölf Brettchen im Musterteils, die nur mit je 2 Fäden pro Brettchen aufgezogen sind. Die Randbrettchen (9 und 13 Stück) sind ganz normal mit 4 Fäden pro Brettchen bezogen.
Tablet woven ribbon from the grave of St. Bathild / abbess of the Abbey of Chelles in Bertilla Since it is a grave gift, it is very easy to date the band in this case. Bathild died around 680, Bertill by 704 AD. This one is woven with only 2 threads per tablet (pebble weave) in the pattern aerea. 12 pattern tablets, 2 + 2 border tablets (original 12 pattern tablets, 9 + 13 border tablets). The band has a width of 1,0 cm.
Links ist das Muster in feinster Seide gewebt und mit Pflanzenfarben gefärbt, hat aber weniger Randbrettchen als das Original. Mit knapp 0,8 cm entspricht es in etwa der Feinheit des Originals. Rechts mit Wolle gewebt, in einer wesentlich stärkeren Qualität als das Original.
So wurde das Band bei einer Ausstellung in Aldingen präsentiert.
Literatur:
Tresors de Chelles: Sepultures et reliques de la reine Bathilde et de L'Abbesse Bertille, Ville de Chelles 1991
Egon Wamers Patrick Périn (Hg.) Koeniginnen der Merowinger - Adelsgräber aus den Kirchen von Köln, Saint-Denis, Chelles und Frankfurt am Main, 2012
Muster: eigener Entwurf
Technik: 2 Fäden pro Brettchen (Stippengewebe)
Ein brettchengewebtes Band aus dem Grab der hl. Bathild/Äbtissin Bertilla in der Abtei Chelles
Da es sich um eine Grabbeigabe handelt, ist es in diesem Fall sehr einfach, das Band zu datieren. Bathild starb um 680, Bertill um 704 n. Chr, sie ist im Grab von Bathild beigesetzt worden.
Viele Textilien konnten einer der beiden zugeordnet werden, aber bei diesem Band ist das nicht der Fall.
Das Original ist aus Seide in blau, gelb und rot gearbeitet worden, 46 Musterbrettchen, 2 Randbrettchen.
Das Band ist 1,8 cm breit und vier Fragmente sind erhalten (insgesamt 125 cm lang). Das Band zeigt eine Reihe von insgesamt 23 geometrischen Mustern. Teilweise unterscheiden sie sich nur durch die unterschiedliche Farbwahl.
Nachgewebt habe ich das Muster in Wolle, 46 Musterbrettchen und 4,6 cm breit. Ich habe mich nur auf die großen Muster beschränkt und auf die 'Zwischenmuster' verzichtet.
Tablet woven ribbon from the grave of St. Bathild / abbess of the Abbey of Chelles in Bertilla Since it is a grave gift , it is very easy to date the band in this case. Bathild died around 680, Bertill by 704 AD. This one is woven in flotating technique. 46 tablets and a width of 4,6 cm
Literatur:
Tresors de Chelles: Sepultures et reliques de la reine Bathilde et de L'Abbesse Bertille, Ville de Chelles 1991
Egon Wamers Patrick Périn (Hg.) Koeniginnen der Merowinger - Adelsgräber aus den Kirchen von Köln, Saint-Denis, Chelles und Frankfurt am Main, 2012
Muster: Sylvia Crumbach
Technik: Flottierung