Die Borte aus Evebø stammt aus dem 6. Jahrhundert und wurde 1889 als Teil des Fürstengrabes von Evebø in Gloppen, Norwegen, ausgegraben.
In dem Grab wurden verschiedene Textilien gefunden, darunter eine rote Tunika, die mit dieser Borte verziert war.
Ursprünglich handelt es sich um eine blaue Borte mit roten, fantasievollen Tiermotiven. Welche Tiere hier tatsächlich dargestellt sind, lässt sich bis heute nicht eindeutig erkennen.
Ich bin nicht die Einzige, die immer wieder Bücher durchstöbert – in der Hoffnung, auf die eine oder andere Abbildung einer brettchengewebten Borte zu stoßen. In diesem Fall hat Sylvia Crumbach 2013 ein Reliquienband entdeckt, das durch seine schlichte Eleganz einfach überzeugt.
Leider ist hierzu nicht viel bekannt. Es handelt sich um ein Reliquienband, das wahrscheinlich ursprünglich an der Stola eines Bischofs befestigt war. Weder gibt es Informationen zum Material noch zur ursprünglichen Breite der Borte.
Weiterlesen: Reliquien des Heiligen Céasire d ́Arles (470- 542)
Ob der Ärmel einer Kindertunika, der 1900/1901 von Josef Strzygoski erworben wurde, wirklich aus Achmim kommt, wird nie ganz geklärt werden. Achmim war in der Antike ein bedeutends Zentrum der Textilproduktion und wurde gerne angegeben, um den Verkaufswert zu erhöhen.
Aber dass es ein Textil aus dem 6.-7. Jhd. ist und aus Ägypten kommt, wird nicht angezweifelt. Inzwischen befindet sich der Ärmel unter der Ident.Nr. 6913 im Archiv der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst, Berlin
Weiterlesen: Die Borte von einer Kindertunika (Inv. Nr. 6913)
Antinoé ist eine Stadt in Ägypten, die 130 nach Christus von dem Römer Hadrian gegründet wurde. Ihre Ruinen befinden sich heute ca. 300 km südlich von Kairo.
Die meisten Grabfunde aus Antinoé werden auf die Zeit zwischen dem 3. - 7. Jhd. nach Christus datiert. Die früheren entsprechen römischen Beerdigungssitten, die späteren koptischen. Durch das heiße, trockene Klima konnten die Textilien in einem wesentlich besseren Zustand die Jahrhunderte überdaueren, als man es von europäischen Funden gewohnt ist.
Im Jahr 1898 wurde in der dritten Grabungskampagne das Grab C333 von Albert Gayet ausgegraben. Dabei war ein Textilfragment mit einer brettchengewebten Borte, das in Lyon im Webereimuseum aufbewahrt wird. Ich suche noch nach einer genaueren Datierung als 3. - 7. Jhd.
Leider ist nur wenig über diese Borte aus dem Brooklyn Museum bekannt.
Besser gesagt, es ist fast gar nichts über sie bekannt. Weder der Fundort, noch wer sie ausgegraben hat, oder wie sie den Weg nach Amerika gefunden hat. Bekannt ist nur, dass die Borte aus Leinen und Wolle gefertigt wurde. Das Fragment ist 20,3 cm lang und 1,9 cm breit, es wird als 'coptisch' bezeichnet und es ist ins 5.-6. Jhd. datiert worden.
Sie ist ein Geschenk des 'Egypt Exploration Fund' an das Museum gewesen.
Weiterlesen: Die Borte aus dem Brooklyn-Museum in New York Inv. No. 15.445
Im Oktober 2018 hatte ich die Gelegenheit, im Archiv des Museums für Byzantinische Kunst in Berlin einige Textilien zu betrachten.
Eines davon war das Kinderkleid (Inv. Nr. 9935). Es handelt sich um ein Wollgewand aus dem 6./7. Jahrhundert n. Chr., also aus der Sassanidenzeit, das aus Ägypten stammt.
Im Grab 8 wurde Anfang/Mitte des 7. Jhd. eine etwa 20-25 Jahre alten Frau begraben.
Als das Grab 1981 entdeckt wurde, fehlten die meisten Beigaben, sie waren bereits entnommen worden und ein Großteil des Grabes war durch diesen Raub zerstört worden. Nur der Kopf-/Schulterbereich war verschont worden. Einzig die Goldstreifen einer Borte/Vitta in der Stirn- und Schläfenpartie und 43 Perlen (41 Glas, 2 Bronze) wurden gefunden.
Da es sich um eine Grabbeigabe handelt, ist es in diesem Fall sehr einfach, das Band zu datieren. Bathild starb um 680, Bertill um 704 n. Chr, sie ist im Grab von Bathild beigesetzt worden.
Viele Textilien konnten einer der beiden zugeordnet werden, aber bei diesem Band ist das nicht der Fall. Man weiß nicht, von wem es ist, auch ist der genaue Verwendungszweck nicht bekannt.
Weiterlesen: Ein brettchengewebtes Band aus dem Grab der hl. Bathild/Äbtissin Bertilla
Die Borte am Ärmel der Heiligen Bertille

Als in Chelles die Gräber der Heiligen Bathild (gestorben ca. 680) und der Heiligen Bertille (gestorben ca. 704) geöffnet wurden, fanden sich dort viele brettchengewebte Borten. So war z.B. die Ärmel der Tunika der Bertille mit brettchengewebter Borte verziert worden.
Ich habe die Borte des Ärmels in rot und weiß nachgewebt. Im Original hat die Borte zwölf Brettchen im Musterteils, die nur mit je 2 Fäden pro Brettchen aufgezogen sind. Die Randbrettchen (9 und 13 Stück) sind ganz normal mit 4 Fäden pro Brettchen bezogen.
Im gemeinsamen Grab der heiligen Bathild (gestorben um 680) und der heiligen Bertille (gestorben um 704) wurde auch ein Gürtel gefunden, der aus drei Fragmenten bestand.
Er war ursprünglich etwa 5 cm breit und insgesamt rund 160 cm lang. Der Gürtel wird Bathild zugeschrieben.
Die Textilfunde stammen aus einem Schrein aus St. Severin in Köln. Man weiß, dass der Holzschrein im Jahr 948 verschlossen wurde und anhand von Mäusefraßspuren konnte man bei fast allen Textilien aus dem Fund feststellen, dass die Textilien zu dem Zeitpunkt im Schrein lagen.
Bei der Albe, auf die die Brettchenweberei genäht war, konnte man keine Fraßspuren finden und sie nicht genau zeitlich zuordnen. Da die Technik und Motive der brettchengewebten Borte Parallelen zu den Funden aus den Gräbern der französischen Königin Bathilde aufweist, die 680 in Chelles beigesetzt wurde, wird angenommen, dass die Albe ein ähnliches Alter hat.
Weiterlesen: Eine Borte aus dem Textilfund aus St. Severin in Köln
Es handelt sich hier um ein im Original mit Goldplätt broschiertes Band aus einem Grabhügel aus dem 7. Jhd. aus der Grafschaft Buckinghamshire im mittleren Südengland. Der Hügel wurde 1883 augegraben und es wurde eins der reichsten Gräber Großbritanniens gefunden.
Zu der Kleidung von denen nur wenige Fragmente erhalten blieben gehörten auch mehrere Borten. Eine war ursprünglich 3 cm breit, eine 1,4 cm. Bisher konnte ich noch nicht herausfinden, an welcher Stelle sich die Borte befand.
Dies ist das Muster der schmaleren Borte, das wesentlich besser erhalten ist und eine Rekonstruktion des Musters möglich macht.
Da Moscevaja Balka an einem wichtigen Pass der Seidenstraße liegt (dem Zugangsweg zum Tsegerker-Pass, auch Laba-Pass genannt, der über den Großen Kaukasus führt), erhielt die einheimische Bevölkerung als Wegezoll oder im Handel gegen andere Waren viele wertvolle Seidenstoffe. Dass auch Naturalien und andere Waren auf diese Weise gehandelt wurden, zeigen unter anderem gefundene Rechnungen für Fleisch. Die Seidenstoffe wurden teilweise auch zur Ausstattung der Gräber verwendet.
Weiterlesen: Stirnband eines Mädchens aus Moscevaja Balka, Kaukasus
Das Band stammt aus dem Gräberfäld Moščevaja Balka, das an der Seidenstraße am Schwarzen Meer liegt und wird auf das 8. - 9. Jhd. datiert.
Die Borte wurde wahrscheinlich als Besatz eines Gewandes verwendet, an einer Kante sind Nahtspuren erhalten.
The origin of this band is the burial ground of Moščevaja Balka. It had been found 1974 and ist dated to the 8th until the 9th century. As there are sewings on one border of the band it seems to be used as decoration of a cloth.
Weiterlesen: Die Borte aus Moščevaja Balka (Inv. Nr Kz 6778)
