Noch ein Band aus dem Buch. Dieses Mal habe ich es nicht selbst übersetzt, sondern habe die Anleitung aus dem Buch 'Roslein und wecklein' verwendet.
Es handelt sich um das Muster 144 'das ist ein Knod zu XV gespelte', auch hier haben die Autoren einige Fehler retuschiert, damit das Muster schöner zu erkennen ist.
Zu den unzähligen Textilfunden aus den Abfallgruben aus Prag gehören auch insgesamt 8 brettchengewebte Bänder. Im Gegensatz zu vielen anderen Funden sind diese hier sehr einfach und zwischen 1,0 und 2,2 cm breit. Fünf dieser Bänder sind mit 4 Fäden pro Brettchen gewebt worden, die anderen mit 2 Fäden.
Die Bänder haben keine besonderen Muster, sondern sind schlicht und haben einfache Motive, die durch unterschiedliche Farben beim Aufketten entstehen.
So auch das Fragment mit der Nummer 44_B6_7, das ich hier gewebt habe.
Auch wenn ich dieses Muster spontan in die Eisenzeit datiert hätte, ist es ein mittelalterliches Band.
Es wurde vor dem großen Brand von Enköpin 1389 gewebt, aber leider ist nicht mehr darüber bekannt, auch ursprüngliche Verwendung ist unbekannt.
Ein Gürtel aus der Markgräflichen-Badischen Sammlung
Baden Baden (Zähringer Museum, Inv. Nr. 1169)
Es handelt sich um einen komplett erhaltenen Gürtel, der in dem Buch 'Gürtel des hohen und späten Mittelalters' ausführlich beschrieben wurde.
Mit 128 cm Länge und 1,5 cm Breite ist ein typisches Band für die 40er Jahre des 14. Jhds. Verziert wurde das brettchengewebte Band mit insgesamt 51 Besatzstücke, die ausführlich beschrieben und analysiert wurden. Das brettchengewebte Band wurde dagegen nur in einem Satz erwähnt.
Die aufwändigen Emailliearbeiten sind von hoher Qualität und deswegen wird vermutet, dass der Gürtel in französischen Werkstätten gefertigt wurde.
Borte nach dem Erfurter Schatzfund - vor 1349 gewebt
Der Erfurter Schatzfund bestand nicht nur aus einem Gold- und Silberschatz, an vielen Gürtelapplikationen befanden sich noch Reste von Textilien.
Es handelt sich um einfarbige Brettchenweberei mit einer Struktur, wie man sie nicht aus früheren Zeiten kennt.
Der große Unterschied ist, dass diese Borten mit 6-Loch-Brettchen als ausgelassener Einzug gewebt wurde. Dabei wurden zwei Schussfäden verwendet.
Diese Borte entstand nach dem Gürtel, den Margarete van Eyck auf ihrem Porträt trägt. Das Gemälde wurde 1439 von ihrem Ehemann Jan van Eyck (* um 1390 in Maaseik, † 1441 in Brügge) gemalt. Charakteristisch für die Mode dieser Zeit ist der breite Gürtel, der die Houppelande in der Taille zusammenhält.
Obwohl der heilige Adalrich bereits 973 verstarb, wird diese Stola aus dem 15. Jahrhundert traditionell mit ihm in Verbindung gebracht. Sie wurde im Benediktinerkloster Einsiedeln gefunden und befindet sich heute in der Abegg-Stiftung in Riggisberg.
Although Saint Adalrich died as early as 973, this 15th-century stole is traditionally associated with him. It was found in the Benedictine monastery at Einsiedeln and is now held by the Abegg Foundation in Riggisberg.
Dieses Band wurde in Ösmo, Schweden, gefunden und bildet auf der Rückseite eines Messgewandes das aufgenähte Kreuz. Es besteht aus zwei Bortenteilen, die den senkrechten und den waagerechten Kreuzbalken bilden. Eine ähnliche, jedoch gröbere Borte verläuft zusätzlich um den Halsausschnitt. Das Messgewand mit der Inventarnummer 95622_HST befindet sich heute im Statens Historiska Museum in Schweden und wird in die Zeit zwischen 1350 und 1500 datiert.
Auch dieses Band stammt aus der spätmittelalterlichen Handschrift Cod. Pal. germ. 551. Das Muster trägt den Titel „Das sind die Löchlein zu 20“ und befindet sich auf Seite 45.
Die Vorlage ist fehlerfrei überliefert, sodass sich das Muster ohne Korrekturen rekonstruieren ließ.
Auch dieses Muster stammt aus dem Cod. Pal. germ. 551. Es trägt den Titel „ein anderer mit 25“ und ist auf den Seiten 25r und 25v der Handschrift zu finden.
Als ich dieses Muster damals gewebt habe, hatte ich noch keine Möglichkeit, das Originalmanuskript einzusehen. Inzwischen konnte ich dies nachholen und bewundere umso mehr, was Ute Bargmann aus der überlieferten Anleitung rekonstruiert hat.
Als Vorlage für dieses Muster diente das Cod. Pal. germ. 551, eine um 1460 entstandene Handschrift der Universität Heidelberg. Das Manuskript enthält insgesamt 325 Musteranleitungen. Die gewebten Bänder wurden vermutlich überwiegend als Nahtbänder für Paramente sowie als Haarbänder verwendet. Einige der Borten sind zudem mit Perlen verziert.