Tablet weaving from Anatolia and the ottoman courtTablet Weaving from Anatolia and the Ottoman Court new2
von Şerife Atlıhan
Herausgegeben: 2018
Marmara University Press
227 Seiten
Sprache: Englisch
komplett in Farbe
Preis: zu hoch
ISBN 978-975-400-404-5

 

Als das Buch Anfang 2019 zum ersten Mal international zum Verkauf angeboten wurde und weder Paypal noch Kreditkartenzahlung möglich war, war mir das Ganze suspekt, weil es sehr unprofessionell aufgezogen war. Viel besser ist es nicht geworden, aber der Preis hat sich inzwischen verdoppelt. Es kostet jetzt 100,00 Euro + 20,00 Euro Versandkosten + Überweisungsgebühren. Deswegen habe ich es nur ausgeliehen und besitze das Buch nicht.

Was mich bei diesem Buch absolut begeistert ist der zweite Teil, der die Hälfte des Buches ausmacht: der Katalog mit den Borten inklusive Detailbildern (leider nicht so scharf und hochauflösend, wie ich sie gerne hätte).
Sehr viele von den vorgestellten Borten kannte ich noch nicht und sie bestechen größtenteils durch ihre schlichte Schönheit.
Die osmanischen Bändern werden größtenteils ins 15. - 17. Jhd. datiert, einige sind undatiert.
Natürlich werden hier die Originale von Widderhörnern und ähnlichen Motiven gezeigt. Keine dieser Borten ist vor 1700 datiert und man wird hier überrascht, was für eine Vielfalt möglich ist.
Zudem sind hier Borten in einfacher Schnurbindungstechnik und Doublefacegewebe abgebildet. Ungewöhnlich ist, wie viele Bänder als 6- und 8-Loch-Gewebe ausgewiesen werden.

Was mich weniger begeistert: die technischen Beschreibungen und die Rekonstruktionsvorschläge. Wenn man Publikationen von Claudia Wollny oder Maikki Karisto kennt, dann ist dies von der Ausarbeitung und Umsetzung ein großer Schritt zurück.
Zudem habe ich immer wieder den Eindruck, dass die Autorin zwar das Brettchenweben beherrscht, ihr aber die Erfahrung für bestimmte Techniken fehlt.

Eigentlich ist dieses Buch ein muss für alle, die sich für historische Borten interessieren, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht.