Reliquien des Heiligen Céasire d´Arles (470- 542)

Aisling-Brettchenweben-Ceasire-dArles-VorschauIch bin nicht die einzige, die immer wieder Bücher durchstöbert, in der Hoffnung, auf die eine oder andere Abbildung einer brettchengewebten Borte zu stoßen. In diesem Fall hat Sylvia Crumbach 2013 ein Reliquienband aufgetan, das durch seine schlichte Eleganz einfach überzeugt.
 
Leider ist hierzu nicht viel bekannt. Es handelt sich um ein Reliquienband, das wahrscheinlich ursprünglich an der Stola des Bischofs befestigt gewesen war. Weder gibt es Informationen zum Material, noch zur ursprünglichen Breite der Borte.
 

Schmuckbändchen der Moorleiche
von Dätgen
Brettchenweben Daetgen4
 
Dieses Band wurde vor 1911 im Moor von Dätgen gefunden, da es schon von Stettiner in seinem Artikel 'Brettchenweberei in den Moorfunden von Damendorf, Daetgen und Torsberg' aus dem Jahre 1911 ausführlich beschrieben wurde.
 
Es handelt sich um ein einfarbiges Brettchengewebe, dessen Randbrettchen mit je vier Fäden bezogen wurden und bei dem im 'Musterteil' je zwei Fäden pro Brettchen verwendet wurden.
 

Das Brettchengewebe vom Wagen

(Fundort: Hochdorf)

Aisling-Brettchenweben-Wagen-VorschauEs handelt sich hier um Teil eines Textilrestes vom Südwestrand des Wagens, das 10, x 10,0 cm groß war. Das brettchengewebte Fragment ist ca. 1,4 x 1,4 cm groß und es sind nur einige Stücke erhalten.

Man kann darauf die Rautenmusterung erkennen, doch ob und wie das Muster wiederholt wird, kann man anhand dessen nicht bestimmen.

Das Fragment aus Vestrum/Norwegen

 

Brettchenweben Vestrum VorschauVon diesem Band aus dem 4. Jahrhundert ist leider nicht viel mehr übrig geblieben, als ein nicht besonders gutes schwarz-weiß Foto, auf dem man so gerade eben einige Linien, aber nicht viel mehr erkennen kann. Das Bild wurde ursprünglich in dem Buch 'Snartemofunnene. Studier i folkevandringstidens ornamentikk og tekstilhistorie' von HOUGEN, BJØRN aus dem Jahre 1935 veröffentlicht.

Nichts, was ich einfach so nachweben würde.

Wenn nicht Else-Margrethe Huse in ihrem Buch 'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold' einen Versuch unternommen hätte, das Band zu 'rekonstruieren'.

Brettchengewebe aus dem Salzbergwerk von Hallstatt

 
Brettchenweben-HallstattNach diesem Fundort ist eine ganzer Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit benannt worden. Die Hallstattzeit (800 - 457 v. Chr).
In einem ausgedehnten Gräberfeld und dem dazugehörigen Salzbergwerk oberhalb des Ortes Hallstatt im Salzkammergut (Österreich) wurden viele textile Fragmente gefunden.
Unter anderem auch brettchengewebte Borten, die auf die Zeit zwischen dem achtem und vierten Jahrhundert vor Christus datiert wurden.

Hallstatt 2Brettchenweben-Hallstatt-02-Vorschau

Dieses brettchengewebte Band aus dem Salzbergwerg in Hallstatt ist in einem Muster gewebt worden, das auch auf Keramik verwendet wurde.

In dem Bergwerk wurden zwei Fragmente von diesem Band gefunden.

Der ursprüngliche Verwendungszweck dieses Bandes ist unbekannt.

Hallstatt 3

Brettchenweben-Hallstatt3-VorschauBei diesem Band bedauere ich es, dass es dazu noch keine Textilanalyse gibt.

Karina Grömer hat in ihren Veröffentlichungen das Band immer in Schnurbindung rekonstruiert, aber die einzige Abbildung, die ich von der Borte kenne, deuten für mich mehr auf ein Stippengewebe hin, als auf ein Schnurbindungsgewebe.
 
Gefunden wurde es - wie alle anderen Borten auch - in den Ausgrabungen, die zwischen 1989 und 1994 in dem Kernverwässerungswerk stattfanden.

 

Hallstatt Textil 136/1

Aisling-Brettchenweben-Hallstatt-136Manchmal stolpert man beim Blättern durch Anhänge über wahre Schätze, so passierte es mir beim Artikel 'Ein Abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg'.

Als ich durch den angehängten Katalog blätterte, der alle Brettchenwebereien in Mitteleuropa auflistete, gab es zwar die eine oder andere Borte, die fehlte, aber auch Bänder von denen ich noch nie etwas gehört hatte. So. z.B. von dem Textil 136/1.Aber da es sich um ein noch nicht publiziertes Band handelt, ist es auch schwierig an Informationen zu kommen.

Ich habe mit den Angaben gearbeitet, die ich im Katalog gefunden habe. Da auch ein Bild dabei war, sollte es nicht so schwierig sein.

Das Brettchengewebe vom Hallstatt Textil 43

Aisling-Hallstatt43-VorschauBereits 1960 berichtete Hans-Jürgen Hundt in dem Artikel 'Vorgeschichtliche Gewebe aus dem Hallstätter Salzbergwerk' (veröffentlicht im Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, 7) über dieses Band. Es war die erste Borte, die dort gefunden wurde.

Beim Textil 43 handelt es sich um das Fragment einer Gewebekannte aus Wolle, das 12,5 x 4,5 cm lang ist. Zu dieser Gewebekante gehört ein Brettchenband, das 0,65 cm breit ist.

Die Borte vom Wandbehang

Brettchenweben-Hochdorf-vorschau

Fragmente dieses Musters wurde an verschiedenen Stellen des Grabes gefunden. Da es unter anderem auch an den  Wandhaken 41 und 203 korrodiert war, geht man davon aus, dass es zum Wandbehang gehörte.

Es handelt sich um ein Muster, wo zwei Fäden pro Brettchen verwendet wurden. Da das größte Fragment 2,1 x 1,2 cm groß ist, kann nur wenig über die Musterabfolge gesagt werden.

 

Ein Brettchengewebe vom Kessel

 Hochdorf-Zeichnung
Im Buch Hochdorf IV von Johanna Banck-Burgess wurden viele Textilfragmente aus dem Hochdorffund beschrieben (datiert ca. 550 - 500 vor Christus). Einzig von einem Brettchengewebe vom Kessel (TK 7C) gibt es nur eine Aquarellzeichnung von H.J. Hundt. Ansonsten scheint es vergangen zu sein.

 
Das hat aber niemanden abgehalten, Rekonstrukionsversuche zu machen.
Obwohl viele der aufwändigen Techniken aus Hochdorf mit ausgelassenem Einzug arbeiten, ist das hier wohl nicht der Fall.
Anhand der Zeichnung muss es sich bei dem Gewebe aus einer Kombination von Köpertechnik und Flottierung handeln.
 

Brettchengewebe vom Wandhaken 385

Brettchenweben-hochdorf-einfach-vorschauDie folgende Borte stammt auch aus dem Grab des Keltenfürsten.

Im Gegensatz zu den anderen Brettchenwebfunden ist es ein unspektakuläres Band, bestehend aus 12 Musterbrettchen und 4 Randbrettchen.

Im Buch Hochdorf IV gibt es neben einer Musteranleitung leider nur ganz wenige Informationen über dieses Band.

Der Rand des Objekts 1.45

Brettchenweben-Aisling-1.42Rand-Vorschau
Eine der herausragensten Borten aus dem Fund von Hochdorf ist die Borte vom Kessel. Es wurden davon mehrere Fragmente gefunden: 1.42 mit 6,0 cm und 5,7 cm breite und 1.45 mit 9,7 x 2,8 cm.
Laut Analyse von Lise Ræder Knudsen handelt es sich um eine Brettchenborte, die als Köpergewebe mit ausgelassenem Einzug gewebt wurde und mindestens 115 Brettchen breit war.
Um die Technik zu verstehen und das Muster auszuprobieren, habe ich hier ein Randsegment, das aus 12 Musterbrettchen, besteht gewebt.

Hochdorf: die Borte nach den Fragmenten 1.42 und 1.45

Aisling Hochdorf1.45 VorschauEs wurden von dieser Borte mehrere Fragmente gefunden: 1.42 mit 6,0 cm und 5,7 cm Breite und 1.45 mit 9,7 x 2,8 cm. Sie wurde als Rand eines Tuches verwendet, allerdings ist nicht mehr zu erkennen, ob sie angewebt oder angenäht wurden.

Das Band wurde aus Wolle gewebt und lt. Farbanalyse war ein Teil mit indigoiden Farbstoffen (in diesem Fall Waid) gefärbt wurden. Von der anderen Farbe der Borte gibt es keine Analyse, aber da bei Fragmenten des Tuches ein Kermesfarbstoff gefunden wurde, wird vermutet, dass die Borte auch damit gewebt wurde und im Original rot und blau war.

Hochdorf TC106

 

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Das Grab des Keltenfürsten war sehr reich mit Textilien ausgestattet. Leider sind nach 2500 Jahren sehr viele vergangen und nur einige wenige in Fragmenten erhalten geblieben.
 
So dieses Brettchengewebe, das auf dem Fragment TC106 basiert und dessen Muster Sylvia Crumbach nachgearbeitet hat. Da das Fragment nur die Abmessung von 1,5 x 1,4 cm hatte und gerade einmal 10 Schnüre in Folge erhalten waren, kann man nicht genau sagen, wie das vollständige Band ausgesehen hat.
 
Es kann nur eine Annäherung sein.

Noch eine Borte aus dem Vaalermoor

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Da diese Borte genau wie die anderen Textilfunde aus dem Vaalermoor als 'Einzelstück' geborgen wurde, kann man nichts zu der ursprünglichen Verwendung sagen.
 
Karl Schlabow bezeichnet sie als 'Gürtel', aber sie können genausogut als Wadenwickel, Tragegurt oder zur Befestigung von Ware auf einer Kiepe verwendet worden sein.
 
Es handelt sich hier um ein einfaches Band, dessen einzige Akzentuierung von den unterschiedlichen Farben kommt. Aber war dies beabsichtigt, oder hat man für dieses Band einfach vorhandene Wollreste verwendet und das Muster ist zufällig entstanden?

Eine Borte aus dem Vaalermoor

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Es handelt sich um ein einfaches brettchengewebtes Band, das als 'Hingucker' einen andersfarbigen Schussfaden hat.
 
Ich habe hier ein Muster aus 'Textilfunde der Eisenzeit' von Karl Schlabow nachgewebt.
 

Ein weiterers Band aus dem Vaalermoor

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Die Funde aus dem Vaalermoor sind laut Karl Schlabow um 1880 bei der Gewinnung von Torf zum Heizen aus dem Moor geborgen worden.
Lange Jahre lagerten sie in einer Kiste, bis sie 1943 dem Textilmuseum Neumünster übergeben wurden. 1954 wurden die Textilien erstmalig im Labor untersucht.

Insgesamt 4 dieser Fragmente hatten brettchengewebte Bestandteile.
Dieser Band ist eins davon.
 
 
 

Birka B2

Aisling-BirkaB2VorschauDie Borte stammt aus dem Grab 824. Es handelt sich um ein Frauengrab aus dem 10. Jhd. Urspünglich säumte die Borte ein rechteckiges Seidenstück, das gefüttert war und über Schulter/Rücken lag.

Von der Borte wurden Fragmente von bis zu ca. 9 cm Länge gefunden.

Birka B20

Eine Borte aus dem Gräberfeld Birka, Schweden 8./9. Jhd.


'Von den ungefähr 170 Gräbern, in denen man überhaupt Spuren von Textilien gefunden hat, enthielten beinahe 60 Stück derartige Bänder.
Die erhaltenen Brettchenborten aus Birka sind lauter reine Zierbänder.'

aus Birka III die Textilfunde aus den Gräbern von Agnes Geijer

Birka B22

Eine Borte aus dem Gräberfeld Birka, Schweden 8./9. Jhd.

Aisling-BirkaB22-VorschauAuch hier stammt das Original wie auch die Borte B2 aus dem Frauengrab 824 aus dem 10. Jhd.. Das gefundene Fragment ist ca. 9,5 cm lang und 1,2 cm breit.

Es wurde abwechselnd mit Gold- und Silberschuss gewebt, hatte 17 Musterbrettchen und an jeder Seite 4 - 6 Randbrettchen (ein Teil davon ist vergangen). Wahrscheinlich war das Stück ursprünglich an einen jetzt vergangenen Stoff angenäht. Fragmente gleichen Aussehens haben wahrscheinlich hierzu ein Gegegenstück gebildet.

Birka B9Brettchenweben Birka B9 Vorschau

Eine Borte aus dem Gräberfeld Birka, Schweden 8./9. Jhd.


'Von den ungefähr 170 Gräbern, in denen man überhaupt Spuren von Textilien gefunden hat, enthielten beinahe 60 Stück derartige Bänder.
Die erhaltenen Brettchenborten aus Birka sind lauter reine Zierbänder.'

aus Birka III die Textilfunde aus den Gräbern von Agnes Geijer

Ein schmales Band aus Oseberg

Norwegen (ca. 830 n.Chr.)

 
Brettchenweben-Aisling-Oseberg-vorschauManchmal brauche ich zur Abwechslung zu sehr aufwändigen Arbeiten was ‚Schnelles‘ für Zwischendurch.
Nichts worüber ich lange nachdenken muss, sondern einfach das Muster aufziehen und loslegen kann.
 
Dieses Mal habe ich mir das schmale Oseberg-Band aus 'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold' von Else-Margrethe Huse ausgesucht.
Das Band ist ein Teil des Fragments 12 L 1 das im Buch ‚Tekstilene’ folgendermaßen beschrieben wird:
‚Cake containing spiral patterned silk embroidery, silk tablet-woven band type IV, weft faced compound twill, red wollen tabby...“ It is 0,5 cm wide.
 

Ein broschiertes Band aus Chernigov, Ukraine

Aisling-Chernigov-Vorschau01
 
Im Jahr 2005 wurde bei einer Ausgrabung unter anderem dieses Grab geöffnet, das in die 2. Hälfte des 10. Jhd. datiert wird. In dem Grab befand sich ein Mann, der mit vielen Beigaben bestattet wurde, u.a. mit einem Schwert, Sattel und zwei Pferden.

Zu der Ausstattung gehörten auch mindestens fünf Textilstücke und mehrere Stücke einer brettchengewebten, broschierten Borte (Silberlahn).
 

Das Band aus Kekomäki, Kaukola

 
Brettchenweben-kekomaeki-kaukolaEs handelt sich um einen Grabfund aus dem 10. Jhd aus Finnland. 
 
Theodor Schwindt hat es in seinem Buch'Tietoja Karjalan rautakaudesta' aus dem Jahre 1893 gezeichnet. Es hat dort die Abbildungnummer 376.
Ich habe das Band nach der Anleitung von Egon Hansen gewebt, ohne jedoch das Muster von dem Original zu kennen.

Die Bordüre vom Gürtel der Bathild

Brettchenweben-ChellesVorschauIn dem gemeinsamen Grab der Heiligen Bathild (gestorben ca. 680) und der Heiligen Bertille (gestorben ca. 704) wurde auch ein Gürtel gefunden, der aus drei Fragmente bestand, ca. 5 cm breit und insgesamt 160 cm lang war. Er wird der Bathild zugeordnet.

Das Hauptmuster zeigt verschiedene Tiermotive, die oben und unten von schmalen, brettchengewebten Bordüren gesäumte werden.

Diese Bodüren waren 0,5 cm breit und als Stippengewebe gewebt.

Die Borte am Ärmel der Heiligen Bertille

Brettchenweben-chelles-aermel-vorschauAls in Chelles die Gräber der Heiligen Bathild (gestorben ca. 680) und der Heiligen Bertille (gestorben ca. 704) geöffnet wurden, fanden sich dort viele brettchengewebte Borten. So war z.B. die Ärmel der Tunika der Bertille mit brettchengewebter Borte verziert worden.
 
Ich habe die Borte des Ärmels in rot und weiß nachgewebt. Im Original hat die Borte zwölf Brettchen im Musterteils, die nur mit je 2 Fäden pro Brettchen aufgezogen sind. Die Randbrettchen (9 und 13 Stück) sind ganz normal mit 4 Fäden pro Brettchen bezogen.

Ein goldener Besatz

aus dem wikingerzeitlichen Dublin

Brettchenweben-Dublin-Vorschau

In der Altstadt von Dublin sind seit dem Jahre 1962 über 2000 Textilfragmente ausgegraben worden. Die Mehrzahl der Funde sind aus Wolle, aber einige wurden aus anderen Materialien hergestellt, wie z.B. Seide.

Das Band stammt wahrscheinlich aus der 2. Hälfte des zehnten Jahrhunderts und wurde wahrscheinlich nicht in Dublin gefertigt.

Durham

Eine Borte aus dem Schrein des Heiligen Cuthbert.


Die Borte wurde ursprünglich für den Bischof Fristestan zwischen 909 und 916 hergestellt. im Jahr 934 wurde die Borte von König Athelstan in das Grab des Heiligen Cuthbert gelegt.

 

Das Band vom Kaftan aus Priednieki

Aisling Priednieki VorschauManchmal 'stolpert' man über Dinge und weiß zuerst nicht was man damit soll. So war es mit dieser Borte. Als vor einiger Zeit, die Abbildung von dem Kaftanfragment in einer Gruppe auftauchte, war ich begeistert. Doch welche Technik war es? Broschiert? Ich starrte auf meinen Monitor und konnte nichts erkennen

Als ich das Bild Sylvia auf meinem Handy zeigte, meinte sie nur 'Da sind doch Nupsies', und ja, in der anderen Auflösung, war es plötzlich klar. Es war ein Zweilochgewebe.

Ein brettchengewebtes Band aus dem Grab der hl. Bathild/Äbtissin Bertilla in der Abtei Chelles  

Da es sich um eine Grabbeigabe handelt, ist es in diesem Fall sehr einfach, das Band zu datieren. Bathild starb um 680, Bertill um 704 n. Chr, sie ist im Grab von Bathild beigesetzt worden.IMG 1517


Viele Textilien konnten einer der beiden zugeordnet werden, aber bei diesem Band ist das nicht der Fall.

Das Band 379 aus Kekomäki, Kaukola

Brettchenweben-379vorschau

Nein, es wurden keine 379 Borten in dem finnischen Ort gefunden, es ist die Abbildungsnummer aus Theodor Schwindts Buch 'Tietoja Karjalan rautakaudesta' aus dem Jahre 1893.
Die Zeichnung ist so klar und deutlich, dass man den Eindruck hat, jede einzelne Faser erkennen zu können.
Für mich war von Anfang an klar, das ist ein kleines Köperband, aber ich hatte andere, dringendere Projekte.
Bis ich dann auf eine Rekonstruktion stieß, wo das Muster als einfache Schnurbindung in drei vor, drei zurück nachgearbeitet wurde. Kann man machen, aber die glatten Linien der Zeichnung kommen dann nicht raus.

Eine Borte aus dem Textilfund aus St. Severin in Köln

Brettchenweben-St.Severin-vorschau

Die Textilfunde stammen aus einem Schrein aus St. Severin in Köln. Man weiß, dass der Holzschrein im Jahr 948 verschlossen wurde und anhand von Mäusefraßspuren konnte man bei fast allen Textilien aus dem Fund feststellen, dass die Textilien zu dem Zeitpunkt im Schrein lagen.
Bei der Albe, auf die die Brettchenweberei genäht war, konnte man keine Fraßspuren finden und sie nicht genau zeitlich zuordnen. Da die Technik und Motive der brettchengewebten Borte Parallelen zu den Funden aus den Gräbern der französischen Königin Bathilde aufweist, die 680 in Chelles beigesetzt wurde, wird angenommen, dass die Albe ein ähnliches Alter hat. 
 

Hvilehoj

Ein Bortenfragment Mitte bis Ende des 10.Jhd.


Brettchenweben-Hvilehoj-VorschauNach einer Rekonstruktionszeichnung von Lise Raeder Knudsen habe ich das Muster für diese Borte entwickelt. Ein Teil entspricht der historischen Vorlage, ein anderer ist eine Abwandlung des historischen Musters.

 

 

Noch ein Band aus aus Kekomäki, Kaukola

brettchenweben-kk3-vorschauIn dem Buch  'Tietoja Karjalan rautakaudesta' von Theodor Schwindt  aus dem Jahre 1893 gibt es insgesamt 4 Zeichnungen von Bändern.


Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit der Zeichnung aus dem Buch nicht viel anfangen konnte und so habe ich mich auf die Rekonstruktion aus dem Buch 'Applesies and fox Noses finnish tabletwoven bands' von Maikki Karisto und Mervi Pasanen verlassen.

Kirkkomäki Grab 27

Turku, Finland, 11. Jhd

Brettchenweben-Aisling-Kirkkomaeki-vorschau1991 wurde in Kirkkomäki ein beindruckendes Frauengrab ausgegraben. Das Grab wird auf die 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts datiert und neben vielen Textilien wurden auch brettchengewebte Bänder gefunden.

Dieses hier befand sich in Höhe der Taille und zwei bronzene Bärenzahnanhänger waren daran befestigt. Mit 7 cm Länge und 1,6 cm Breite ist leider nur ein kleines Fragment gefunden worden. Jedoch ist es groß genug, um ein Muster zu erkennen.

KostrupBrettchenweben-kostrup-vorschau

ein Fund aus dem 10. Jhd. Dänemark
 
Im Jahr 1980 - 1981 wurde in Køstrup, Fyn (Dänmark) ein alter Friedhof untersucht. Von den fünfzehn gefundenen Gräbern gab es nur eins, das interessante Textilfunde hatte. Das Grab ACQ. Unter den Textilfunde gab es ein 13,3 cm langes und 14 mm breites Fragment eines brettchengewebten Bandes.
 

Ladoga Objekt Nr. I / 7
Ein brettchengewebtes Band aus dem Gräberfeld Ladoga / Russland.

Aisling-Lagoda-VorschauDer Ort Lagoda wurde um 750 n.Chr. aus dem skandinavischen Raum besiedelt und liegt etwa 15 Kilometer südlich der Mündung des Wolchow in den Ladogasee, nicht ganz 150 km östlich von St. Petersburg.

Die Funde aus dem Gräberfeld stammen aus einer späteren Zeit und werden auf das 10. bis 12. Jahrhundert geschätzt.

Ladoga Objekt Nr 6

Ein weiteres brettchengewebtes Band aus dem Gräberfeld Ladoga / Russland

 

 
Aisling-Ladoga06-VorschauDas Objekt Nr. 6 ist zweiteilig. Zum einem besteht es aus einem schmalen brettchengewebten Band und zum anderen aus einem Stück Stoff, auf das das Band angenäht wurde.

Es ist genau wie die anderen Textilfunde in das 10. - 12. Jhd. datiert.

Leider ist der Fundbericht auf Russisch und mein Übersetzungsprogramm hat mich im Stich gelassen, so dass ich mich auf das verlassen habe, was ich selbst interpretieren kann: das Bild von der Borte.

Das Band aus Mammen, Dänemark

Ca. 970 n.Chr.

Brettchenweben-Aisling-Mammen-vorschauAls im Jahr 1868 ein Bauer ein Hügel auf seinem Gelände abtragen wollte, fand er das reich ausgestatte Grab eines Mannes in dem sich viele Textilien erhalten hatten.

Das Textilstück ‚C136a’ ist ein brettchengewebtes Band.

Ursprünglich war das Band mit zwei Wollfäden und zwei Pflanzenfäden pro Brettchen gefertigt worden, aber die Pflanzenfasern sind heutzutage vergangen. Das Muster wurde in Köpertechnik gewebt.

Abschlussband des sogenannten Messgewandes der Heiligen Harlindis und Relindis; 8./9. Jahrhundert

 

Die Angelsächsischen Stickereien, verziert mit brettchengewebten Bändern, die sich nun in Maaseik befinden, wurden lange Zeit als Handarbeit zweier lokaler Schwestern, Harlindis und Relindis, angesehen, die das Aldeneik-Kloster gründeten. Die Stickereien weisen auf ein Messgewand hin.
Die broschierten Bänder sind wahrscheinlich in Angelsachsen hergestellt worden und zu einem späteren Zeitpunkt auf das Festland gebracht worden.

Eine Vitta aus Moos-Burgstall, Grab 8

Aisling MoosBurgstall VorschauIm Grab 8 wurde Anfang/Mitte des 7. Jhd. eine etwa 20-25 Jahre alten Frau begraben.

Als das Grab 1981 entdeckt wurde, fehlten die meisten Beigaben, sie waren bereits entnommen worden und ein Großteil des Grabes war durch diesen Raub zerstört worden. Nur der Kopf-/Schulterbereich war verschont worden. Einzig die Goldstreifen einer Borte/Vitta in der Stirn- und Schläfenpartie und 43 Perlen (41 Glas, 2 Bronze) wurden gefunden.

Die Borte aus Moščevaja Balka

Das Band stammt aus dem Gräberfäld Moščevaja Balka, das an der Seidenstraße am Schwarzen Meer liegt und wird auf das 8. - 9. Jhd. datiert.
Die Borte wurde wahrscheinlich als Besatz eines Gewandes verwendet, an einer Kante sind Nahtspuren erhalten.

Stirnband eines Mädchens aus Moscevaja Balka

Kaukasus

 
Brettchenweben-Aisling-Ducks-VorschauDa Moscevaja Balka an einem wichtigen Pass der Seidenstraße liegt (Zugangsweg zum Tsegerker-Paß (Laba-Paß)), der über die große Kaukasus-Gebirgskette führt, hatte die einheimische Bevölkerung als Wegezoll oder im Handel gegen andere Gegenstände (es wurden Rechnungen für Fleisch gefunden), viele wertvolle Seidenstoffe erhalten, mit der sie auch beerdigt wurden.
 
Es handelt sich hier um einen Begräbnisplatz, der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geplündert und ergraben wurde. Als 1968 eine weitere Grabung durchgeführt wurde, wurde auch das Grab I/2 untersucht. Wie viele andere Gräber auch, war dieses schon vorher geöffnet worden, aber es war nicht vollständig ausgeräumt worden.
Hier wurde ein etwa 12-13 Jahre altes Mädchen beerdigt, das aufgrund der Beigaben und der Art, wie es ins Grab gelegt wurde, der einheimischen Bevölkerung zuzuordnen ist.
 

 Altartuch aus Halberstadt

 
IMG 3284Das Original dieser Borte war die Verzierung einer Altartuchborte in Halberstadt aus dem 14. Jhd.. 
Ursprünglich war die Borte broschiert und ist in vier Mustervariationen gewebt worden.
 
Ein Muster ist mir netterweise von Fabian Peise, Museumsdorf Düppel, überlassen worden.
 
Weitere Mustersequenzen habe ich entworfen, nachdem ich mir das Altartuch in Halberstadt angesehen habe. Das Altartuch kann man im Teppichsaal des Domschatzes zu Halberstadt besichtigen.  
 

Ein Band aus dem 11. Jahrhundert

Dieses Muster habe ich aus 'Ecclesiastical Pomp & Aristrocratic Circumstances' von Nancy Spies nachgewebt.

Viele Informationen zu der Borte, die im Besitz des Cleveland Museum of Modern Art ist, gibt es nicht.

Hier ist mit 11 Brettchen nur ein kleiner Teil der ursprünglich ca. 116 Brettchen breiten Borte nachgewebt worden.

Band vom Mantel Roger II, König von Sizilien, 12. Jhd.

Aisling-RogerII-VorschauDas Original wurde in der königlichen Werkstatt in Palermo zwischen 1133 und 1134 hergestellt und war auf dem unteren Ende des Mantels aufgenäht worden. 

Das spannende an dem Mantel ist, dass die Werkstatt nicht nur europäische Handwerker hatte, sondern auch viele arabische. 

2. Version der Borte des Mantels Roger II

gewebt 2016

 

Aisling-Kroenungsborte-VorschauNachdem ich die Borte 2004 nach der Anleitung von Nancy Spies gewebt hatte, konnte ich den Krönungsmantel 2016 in der Kaislerlichen Schatzkammer in Wien fotografieren (es war nicht umsonst, aber jeden Cent wert).

Von der ursprünglichen Broschierung sind nur noch Fragmente erhalten, doch von den Motiven sind Abdrücke im Grundgewebe erhalten.

Das Band ist etwa 5 m lang und besteht aus 4 Musterteilen, die gleich lang sind.

Band von einem Messgewand
das dem Hl. Vitalis zugeordnet wird (11. Jhd)
Riggisberg, Abegg Stiftung

brettchenweben-vitalis-vorscha
Obwohl der Hl. Vitalis ca. 730 verstab wird ihm ein Messgewand aus dem 11. Jhd. zugeordnet.

Alle Informationen und die Musteranleitung stammen aus dem Buch Ecclesiastical Pomp & Aristocratic Circumstance von Nancy Spies

Brettchenborte mit Blütenranke

Brettchenweben-bluetenranke
Deutschland 12.-13. Jahrhundert. Die Herkunft des Bandes ist unbekannt, es wurde im Jahre 1887 vom Märkischen Museum, Berlin erworben und hat dort die Inventar-Nr. 87,739.
 
Der ursprüngliche Verwendungszweck ist leider nicht bekannt.

Borte aus der Kirche 'Unserer Lieben Frau Hemelvaart',

St. Truiden, Belgien

 
brettchenweben-stTruiden-vorschauIn der Kirche wurden insgesamt die Fragmente von über 20 brettchengewebten Bändern gefunden. Sie gehörten zu den Reliquien, die dort verehrt wurden. Hier habe ich das Fragment 109b nachgewebt.
 
Es stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Ursprünglich stammt es wahrscheinlich aus Köln, Deutschland und wurde um 1270 nach St. Truiden gebracht.
 

Borte aus Trondheim/Norwegen,

Vitenskapsmseet ,
Inv. No T1853


Aisling-Trondheim-Vorschau
Die Borte stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und wurde im Grab eines Bischofs in der Kathedrale von Trondheim gefunden.

Leider habe ich nicht herausgefunden, was die ursprüngliche Verwendung des Bandes war.

Cingulum aus Halberstadt 13./14. Jhd.

Aisling-Halberstadt-Cingulum-Vorschau

 

Josef Braun hat das Cingulum aus Halberstadt in seinem Buch 'Die liturgische Gewandung im Occident und Orient', 1907 folgendermaßen beschrieben: "Es besteht aus einer 1,08 m langen und 0,016 m breiten, grünseidenen Borte, der in Gold Löwen, Rosetten und ähnlich stilisierte Ornamente eingewebt sind. Als Innenfutter ist roter Taft, als Einlage ein Pergamentstreifen verwendet worden. An den Enden des Gürtels sind kostbare, in Posamentierarbeit hergestellte Behänge angebracht, welche eine Länge von 0,76 m haben, in Gold und Seidenfäden ausgeführt sind und unten in Quästchen ausmünden. Zweck des Anbindens des Gürtels dienen zwei nahe den beiden Enden des eigentlichen Gürtels an der Innenseite angesetzte kräftige, aus blau leinenem Garn gewirkte Bändchen, von denen das eine gegenwärtig eine Länge von 0,63 m, das andere von 0,97 m hat.“
 

Ein Band aus Enköping/Schweden

Aisling-Brettchenweben-enkoeping-VorschauAuch wenn ich dieses  Muster spontan in die Eisenzeit datiert hätte, ist es ein mittelalterliches Band.


Es wurde vor dem großen Brand von Enköpin 1389 gewebt, aber leider ist nicht mehr darüber bekannt, auch ursprüngliche Verwendung ist unbekannt.

Eine weitere Borte vom Altartuch

Brettchenweben-Halberstadt2VorschauDie Borte des Altartuches von Halberstadt hat für ihre etwa 22 Meter Länge nur sehr wenige Mustervariationen.

Dies ist die Variation 2, die ich schon vor einigen Jahren entwickelt hatte, nachdem ich mir das Muster bei einem Besuch abgezeichnet hatte.

Ich hatte auch schnell angefangen, dieses Band zu weben, aber es hat über 4 Jahre gedauert, um es zu beenden.

Geometrisches Motiv von einem Band von der
Grabkleidung von König Enrique I
Spanien, 13. Jahrhundert
 
Aisling-Enrique-VorschauEnrique I wurde 1211 nach dem überraschenden Tod seines ältern Bruders zum Erbe erklärt und bereits 1214 wurde er mit 10 Jahren zum König gekrönt. Doch 1217 im Alter von 13 Jahren wurde er von einem herabfallenden Ziegelstein getötet und anschließend im königliche Kloster Santa María la Real de Las Huelgas beerdigt. 
 
Das brettchengewebte Band wurde in seinem Grab gefunden.
 

Gürteltasche aus Köln

Aisling-guerteltasche-VorschauAls Basis für diesen Gürtel diente das Muster einer Borte auf einer Reliquientasche aus Köln aus dem 13. Jhd..

Alle Informationen und die Musteranleitung stammen aus dem Buch 'Ecclesiastical Pomp & Aristrocratic Circumstance‘ von Nancy Spies.

 

Mantelband

im Stil des 13. Jahrhunderts


 Brettchenweben-Mantelband-Vorschau
Die Vorlage für diese Borte war keine Brettchenweberei, sondern verschiedene Stickmotive des Antependium aus dem Kloster Heinigen aus dem Jahre 1260.

Das Band von Memmelsdorf bei Bamberg
Es stammt aus dem Bamberger Dom

 
Datierung: 12. Jhd.
Technische Daten des Originals:
Breite: 1,4 cm
Länge 18,5 cm aufgeteilt in zwei Fragmente (9,5 und 9 cm lang)
Kettfäden: Seide
Schussfaden: Leinen.
Broschierfaden: Silberlahn
Brettchenanzahl: 32
Alle Brettchen sind mit jeweils vier Fäden bezogen worden.
Aufzug: abwechselnd S und Z.
 

Borte nach einer Buchmalerei

aus dem 13. Jahrhundert

Vorlage für diese Muster ist eine Buchmalerei aus dem 13. Jahrhundert, 'Map of the World'. Ich habe das Muster aber nicht entwickelt, sondern Nancy Spies in ihrem Buch 'Here be Wyverns'. Es sind eigentlich Stickanleitungen, aber dieses Muster ließ sich ganz leicht als Brettchenweberei umsetzen.
Das Muster ist broschiert.
Die Kette ist aus roter Seide. Der Broschierfaden ist aus dickerer weißer Seide.

Eine weitere Borte aus St. Truiden

 

AislingTX110-VorschauAuch wenn viele Textilien aus dem Mittelalter vergangen sind, gibt es doch immer wieder Schätze, die die Jahrhunderte überdauern und auch heute noch an die Pracht von damals erinnern.
 
Dazu gehört der Reliquienschatz aus St. Truiden. Er kommt ursprünglich aus Köln (St. Ursula und die 11.000 Jungfrauen) und wurde zwischen 1270 und 1272 vom Abt William von Rijckel gekauft und nach St. Truiden gebracht. 
 
Es wird vermutet, dass die meisten Textilien aus Köln mitgebracht wurden. 

Seidengürtels Philips von Schwaben

(gestorben 1208)

brettchenweben-philipp-vorschau

 

Der Seigdengürtel Philipps von Schwaben wurde um 1900 in seinem Grab in der Kathedrale von Speyer gefunden.

Beim Weben des Gürtels wurden verschiedene Techniken angewendet. Ein Strukturmuster für den Hintergrund, Broschiertechnik, um die großen, rautenförmige Ornamente zu weben und die Soumaktechnik, um weitere Muster plastisch zu gestalten.

Allerdings hat der Weber/die Weberin der Borte einige auffällige Fehler gemacht, die auch für Laien einfach zu erkennen sind. Dass die Forscher vermuten, dass der Gürtel 'nur' Unterwäsche war, halte ich aus diesem Grund auch für sehr plausibel.

 ‚Anna Neuper's Modelbuch'

aus der Herzog-August-Bibliothek

in Wolfenbüttel.

 


Das schmale Buch mit handgeschriebenen Musteranleitungen für goldbroschierte gewebte Bänder wurde 1517
von Anna Neuper geschrieben.
Die siebzig Jahre alte Nonne aus dem St.-Klara-Konvent in Nürnberg notierte insgesamt 45 unterschiedliche Mustern.

Es ist eins der ältesten erhaltenen Musterbücher für textile Techniken.
 
Die Musterbreite variiert von 13 Brettchen bis zu 73 Brettchen.
 

Anleitung aus ‚Anna Neuper's Modelbuch'

aus der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel.


Auch hier habe ich einige Borten aus dem Musterbuch nachgewebt. Es handelt sich um die Musteranleitungen 83, 81, 78, 77 und 80  
Die Brettchen sind abwechselnd in Z-Richtung und in S-Richtung aufgezogen.

Borte nach dem Erfurter Schatzfund

vor 1349 gewebt

 

DAisling-Erfurt-Vorschauer Erfurter Schatzfund bestand nicht nur aus einem Gold- und Silberschatz, an vielen Gürtelapplikationen befanden sich noch Reste von Textilien.

Es handelt sich um einfarbige Brettchenweberei mit einer Struktur, wie man sie nicht aus früheren Zeiten kennt.

Der große Unterschied ist, dass diese Borten mit 6-Loch-Brettchen als ausgelassener Einzug gewebt wurde. Dabei wurden zwei Schussfäden verwendet.

Cod Pal Germ 551

Auch für dieses Muster ist aus dem Cod Pal Germ 551 
Es heißt 'ein anderer mit 25' von Seite 25r und 25v.
 
Als ich damals das Muster gewebt habe, hatte ich keine Möglichkeit gehabt, mir das Original anzusehen.
Inzwischen hatte ich sie und ich bewundere, was Ute Bargemann aus der Anleitung gemacht hat.

Cod Pal Germ 551

Quelle für dieses Muster ist das Cod Pal Germ 551, ein Manuskript von ca. 1460 (Universität Heidelberg). In diesem Buch sind insgesamt 325 Musteranleitungen. Hauptsächlich wurden die Bänder wohl als Nahtbänder für Paramente und auch für Haarbänder verwendet.
 
Einige der Borten sind sogar mit Perlen verziert.
 
Die Nonnen, die diese Muster aufgeschrieben haben, haben Patriziermädchen Handarbeit, Latein und Schreiben beigebracht.
Informationen von Ute Bargmann, Massachusetts.
 

Cod Pal Germ 551

Ein weiteres Band aus der spätmittelalterlichen Handschrift.Brettchenweben-loechleinVorschau
'Das sind die Löchlein zu 20' von der Seite 0045. Das Muster war fehlerfrei notiert.
Auffällig ist, dass das Muster nicht symetrisch ist.

Ein Gürtel aus der Markgräflichen-Badischen Sammlung

Baden Baden (Zähringer Museum, Inv. Nr. 1169)

Aisling-Spaetmittelalterlicher-Guertel-VorschauEs handelt sich um einen komplett erhaltenen Gürtel, der in dem Buch 'Gürtel des hohen und späten Mittelalters' ausführlich beschrieben wurde.

Mit 128 cm Länge und 1,5 cm Breite ist ein typisches Band für die 40er Jahre des 14. Jhds. Verziert wurde das brettchengewebte Band mit insgesamt 51 Besatzstücke, die ausführlich beschrieben und analysiert wurden. Das brettchengewebte Band wurde dagegen nur in einem Satz erwähnt.

Die aufwändigen Emailliearbeiten sind von hoher Qualität und deswegen wird vermutet, dass der Gürtel in französischen Werkstätten gefertigt wurde.

Borte nach dem Gürtel der

Margarete van Eyck

 
Jan van Eyck (* um 1390 in Maaseik; † 1441 in Brügge) war ein flämischer Maler des Spätmittelalters.
1439 malte Jan van Eyck ein Portrait seiner Frau Margarete.
Typisch für diese Zeit ist der breite Gürtel, der ihre Houppelande in der Taille zusammenhält.
 
Anhand einer Zeichnung kann man nicht auf die Technik schließen, aber ich habe den Gürtel als Brettchenweberei nachgewebt, um zu sehen, ob es Übereinstimmungen gibt.

 Ösmo in Schweden
Stockholm, Statens Historiska Museum,

Inv. No. 9300

 

Dieses Band wurde in Ösmo, Schweden gefunden. Ursprünglich formte es ein Kreuz auf der Rückseite eines Meßgewandes. Ein ähnliches, aber gröberes Band geht um den Kragen.

Im Original hatte das Band folgende Daten:
Breite: 2,5 cm
Kette:  grüne und gelbe Seide
Broschierfaden: Goldlahn, um den Kern S-gesponnen, doppelt verwendet; blaue, gold-gelbe und schwarze Seide, doppelt verwendet
Brettchen: 39 (27 im Musterteil und an jedem Rand 6)
Alle Brettchen sind mit jeweils vier Fäden bezogen worden, (im Musterteil alle 27 Brettchen, 2 gelb und zwei grün, am Rand 2 grün, 2 gelb, 2 grün).
Das Band ist sowohl broschiert worden als auch in der Köpertechnik gewebt worden.
Aufzug: abwechseln S und Z.

Sog. Manipel des St. Adalrich

15. Jahrhundert
Riggisberg, Abegg Stiftung

 

Aisling-St.Aldarich-VorschauObwohl der Hl. Adalrich 973 starb wird dieses Manipel aus dem 15. Jhd ihm zugeschrieben. Dieses Band wurde im Benediktinerkloster in Einsiedeln gefunden.
 
Es befindet sich in der Abegg Stiftung, Riggisberg