Brettchengewebe aus dem Salzbergwerk von Hallstatt

 
Brettchenweben-HallstattNach diesem Fundort ist eine ganzer Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit benannt worden. Die Hallstattzeit (800 - 457 v. Chr).
In einem ausgedehnten Gräberfeld und dem dazugehörigen Salzbergwerk oberhalb des Ortes Hallstatt im Salzkammergut (Österreich) wurden viele textile Fragmente gefunden.
Unter anderem auch brettchengewebte Borten, die auf die Zeit zwischen dem achtem und vierten Jahrhundert vor Christus datiert wurden.

Hallstatt 2Brettchenweben-Hallstatt-02-Vorschau

Dieses brettchengewebte Band aus dem Salzbergwerg in Hallstatt ist in einem Muster gewebt worden, das auch auf Keramik verwendet wurde.

In dem Bergwerk wurden zwei Fragmente von diesem Band gefunden.

Der ursprüngliche Verwendungszweck dieses Bandes ist unbekannt.

Hallstatt 3

Brettchenweben-Hallstatt3-VorschauBei diesem Band bedauere ich es, dass es dazu noch keine Textilanalyse gibt.

Karina Grömer hat in ihren Veröffentlichungen das Band immer in Schnurbindung rekonstruiert, aber die einzige Abbildung, die ich von der Borte kenne, deuten für mich mehr auf ein Stippengewebe hin, als auf ein Schnurbindungsgewebe.
 
Gefunden wurde es - wie alle anderen Borten auch - in den Ausgrabungen, die zwischen 1989 und 1994 in dem Kernverwässerungswerk stattfanden.

Das Brettchengewebe vom Hallstatt Textil 43

Aisling-Hallstatt43-VorschauBereits 1960 berichtete Hans-Jürgen Hundt in dem Artikel 'Vorgeschichtliche Gewebe aus dem Hallstätter Salzbergwerk' (veröffentlicht im Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, 7) über dieses Band. Es war die erste Borte, die dort gefunden wurde.

Beim Textil 43 handelt es sich um das Fragment einer Gewebekannte aus Wolle, das 12,5 x 4,5 cm lang ist. Zu dieser Gewebekante gehört ein Brettchenband, das 0,65 cm breit ist.

 

Hallstatt Textil 136/1

Aisling-Brettchenweben-Hallstatt-136Manchmal stolpert man beim Blättern durch Anhänge über wahre Schätze, so passierte es mir beim Artikel 'Ein Abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg'.

Als ich durch den angehängten Katalog blätterte, der alle Brettchenwebereien in Mitteleuropa auflistete, gab es zwar die eine oder andere Borte, die fehlte, aber auch Bänder von denen ich noch nie etwas gehört hatte. So. z.B. von dem Textil 136/1.Aber da es sich um ein noch nicht publiziertes Band handelt, ist es auch schwierig an Informationen zu kommen.

Ich habe mit den Angaben gearbeitet, die ich im Katalog gefunden habe. Da auch ein Bild dabei war, sollte es nicht so schwierig sein.

Hochdorf TC106

 

Brettchenweben-tc106-vorschau-by-aisling
Das Grab des Keltenfürsten war sehr reich mit Textilien ausgestattet. Leider sind nach 2500 Jahren sehr viele vergangen und nur einige wenige in Fragmenten erhalten geblieben.
 
So dieses Brettchengewebe, das auf dem Fragment TC106 basiert und dessen Muster Sylvia Crumbach nachgearbeitet hat. Da das Fragment nur die Abmessung von 1,5 x 1,4 cm hatte und gerade einmal 10 Schnüre in Folge erhalten waren, kann man nicht genau sagen, wie das vollständige Band ausgesehen hat.
 
Es kann nur eine Annäherung sein.

Die Borte vom Wandbehang

Brettchenweben-Hochdorf-vorschau

Fragmente dieses Musters wurde an verschiedenen Stellen des Grabes gefunden. Da es unter anderem auch an den  Wandhaken 41 und 203 korrodiert war, geht man davon aus, dass es zum Wandbehang gehörte.

Es handelt sich um ein Muster, wo zwei Fäden pro Brettchen verwendet wurden. Da das größte Fragment 2,1 x 1,2 cm groß ist, kann nur wenig über die Musterabfolge gesagt werden.

 

Ein Brettchengewebe vom Kessel

 Hochdorf-Zeichnung
Im Buch Hochdorf IV von Johanna Banck-Burgess wurden viele Textilfragmente aus dem Hochdorffund beschrieben (datiert ca. 550 - 500 vor Christus). Einzig von einem Brettchengewebe vom Kessel (TK 7C) gibt es nur eine Aquarellzeichnung von H.J. Hundt. Ansonsten scheint es vergangen zu sein.

 
Das hat aber niemanden abgehalten, Rekonstrukionsversuche zu machen.
Obwohl viele der aufwändigen Techniken aus Hochdorf mit ausgelassenem Einzug arbeiten, ist das hier wohl nicht der Fall.
Anhand der Zeichnung muss es sich bei dem Gewebe aus einer Kombination von Köpertechnik und Flottierung handeln.
 

Das Brettchengewebe vom Wagen

(Fundort: Hochdorf)

Aisling-Brettchenweben-Wagen-VorschauEs handelt sich hier um Teil eines Textilrestes vom Südwestrand des Wagens, das 10, x 10,0 cm groß war. Das brettchengewebte Fragment ist ca. 1,4 x 1,4 cm groß und es sind nur einige Stücke erhalten.

Man kann darauf die Rautenmusterung erkennen, doch ob und wie das Muster wiederholt wird, kann man anhand dessen nicht bestimmen.

Der Rand des Objekts 1.45

Brettchenweben-Aisling-1.42Rand-Vorschau
Eine der herausragensten Borten aus dem Fund von Hochdorf ist die Borte vom Kessel. Es wurden davon mehrere Fragmente gefunden: 1.42 mit 6,0 cm und 5,7 cm breite und 1.45 mit 9,7 x 2,8 cm.
Laut Analyse von Lise Ræder Knudsen handelt es sich um eine Brettchenborte, die als Köpergewebe mit ausgelassenem Einzug gewebt wurde und mindestens 115 Brettchen breit war.
Um die Technik zu verstehen und das Muster auszuprobieren, habe ich hier ein Randsegment, das aus 12 Musterbrettchen, besteht gewebt.

Hochdorf: die Borte nach den Fragmenten 1.42 und 1.45

Aisling Hochdorf1.45 VorschauEs wurden von dieser Borte mehrere Fragmente gefunden: 1.42 mit 6,0 cm und 5,7 cm Breite und 1.45 mit 9,7 x 2,8 cm. Sie wurde als Rand eines Tuches verwendet, allerdings ist nicht mehr zu erkennen, ob sie angewebt oder angenäht wurden.

Das Band wurde aus Wolle gewebt und lt. Farbanalyse war ein Teil mit indigoiden Farbstoffen (in diesem Fall Waid) gefärbt wurden. Von der anderen Farbe der Borte gibt es keine Analyse, aber da bei Fragmenten des Tuches ein Kermesfarbstoff gefunden wurde, wird vermutet, dass die Borte auch damit gewebt wurde und im Original rot und blau war.

Brettchengewebe vom Wandhaken 385

Brettchenweben-hochdorf-einfach-vorschauDie folgende Borte stammt auch aus dem Grab des Keltenfürsten.

Im Gegensatz zu den anderen Brettchenwebfunden ist es ein unspektakuläres Band, bestehend aus 12 Musterbrettchen und 4 Randbrettchen.

Im Buch Hochdorf IV gibt es neben einer Musteranleitung leider nur ganz wenige Informationen über dieses Band.

Schmuckbändchen der Moorleiche
von Dätgen
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Dieses Band wurde vor 1911 im Moor von Dätgen gefunden, da es schon von Stettiner in seinem Artikel 'Brettchenweberei in den Moorfunden von Damendorf, Daetgen und Torsberg' aus dem Jahre 1911 ausführlich beschrieben wurde.
 
Es handelt sich um ein einfarbiges Brettchengewebe, dessen Randbrettchen mit je vier Fäden bezogen wurden und bei dem im 'Musterteil' je zwei Fäden pro Brettchen verwendet wurden.
 

Eine Borte aus dem Vaalermoor

Brettchenweben-Vaalermoor-Aisling
 
Es handelt sich um ein einfaches brettchengewebtes Band, das als 'Hingucker' einen andersfarbigen Schussfaden hat.
 
Ich habe hier ein Muster aus 'Textilfunde der Eisenzeit' von Karl Schlabow nachgewebt.
 

Ein weiterers Band aus dem Vaalermoor

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Die Funde aus dem Vaalermoor sind laut Karl Schlabow um 1880 bei der Gewinnung von Torf zum Heizen aus dem Moor geborgen worden.
Lange Jahre lagerten sie in einer Kiste, bis sie 1943 dem Textilmuseum Neumünster übergeben wurden. 1954 wurden die Textilien erstmalig im Labor untersucht.

Insgesamt 4 dieser Fragmente hatten brettchengewebte Bestandteile.
Dieser Band ist eins davon.
 
 
 

Noch eine Borte aus dem Vaalermoor

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Da diese Borte genau wie die anderen Textilfunde aus dem Vaalermoor als 'Einzelstück' geborgen wurde, kann man nichts zu der ursprünglichen Verwendung sagen.
 
Karl Schlabow bezeichnet sie als 'Gürtel', aber sie können genausogut als Wadenwickel, Tragegurt oder zur Befestigung von Ware auf einer Kiepe verwendet worden sein.
 
Es handelt sich hier um ein einfaches Band, dessen einzige Akzentuierung von den unterschiedlichen Farben kommt. Aber war dies beabsichtigt, oder hat man für dieses Band einfach vorhandene Wollreste verwendet und das Muster ist zufällig entstanden?

Das Fragment aus Vestrum/Norwegen

 

Brettchenweben-Vestrum-VorschauVon diesem Band aus dem 4. Jahrhundert ist leider nicht viel mehr übrig geblieben, als ein nicht besonders gutes schwarz-weiß Foto, auf dem man so gerade eben einige Linien, aber nicht viel mehr erkennen kann. Das Bild wurde ursprünglich in dem Buch 'Snartemofunnene. Studier i folkevandringstidens ornamentikk og tekstilhistorie' von HOUGEN, BJØRN aus dem Jahre 1935 veröffentlicht.

Nichts, was ich einfach so nachweben würde.

Wenn nicht Else-Margrethe Huse in ihrem Buch 'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold' einen Versuch unternommen hätte, das Band zu 'rekonstruieren'.

Reliquien des Heiligen Céasire d´Arles (470- 542)

Aisling-Brettchenweben-Ceasire-dArles-VorschauIch bin nicht die einzige, die immer wieder Bücher durchstöbert, in der Hoffnung, auf die eine oder andere Abbildung einer brettchengewebten Borte zu stoßen. In diesem Fall hat Sylvia Crumbach 2013 ein Reliquienband aufgetan, das durch seine schlichte Eleganz einfach überzeugt.
 
Leider ist hierzu nicht viel bekannt. Es handelt sich um ein Reliquienband, das wahrscheinlich ursprünglich an der Stola des Bischofs befestigt gewesen war. Weder gibt es Informationen zum Material, noch zur ursprünglichen Breite der Borte.