Cod Pal Germ 551

Auch für dieses Muster ist aus dem Cod Pal Germ 551 
Es heißt 'ein anderer mit 25' von Seite 25r und 25v.
 
Als ich damals das Muster gewebt habe, hatte ich keine Möglichkeit gehabt, mir das Original anzusehen.
Inzwischen hatte ich sie und ich bewundere, was Ute Bargemann aus der Anleitung gemacht hat.

Cod Pal Germ 551

Quelle für dieses Muster ist das Cod Pal Germ 551, ein Manuskript von ca. 1460 (Universität Heidelberg). In diesem Buch sind insgesamt 325 Musteranleitungen. Hauptsächlich wurden die Bänder wohl als Nahtbänder für Paramente und auch für Haarbänder verwendet.
 
Einige der Borten sind sogar mit Perlen verziert.
 
Die Nonnen, die diese Muster aufgeschrieben haben, haben Patriziermädchen Handarbeit, Latein und Schreiben beigebracht.
Informationen von Ute Bargmann, Massachusetts.
 

Cod Pal Germ 551

Ein weiteres Band aus der spätmittelalterlichen Handschrift.Brettchenweben-loechleinVorschau
'Das sind die Löchlein zu 20' von der Seite 0045. Das Muster war fehlerfrei notiert.
Auffällig ist, dass das Muster nicht symetrisch ist.

 Ösmo in Schweden
Stockholm, Statens Historiska Museum,

Inv. No. 9300

 

Dieses Band wurde in Ösmo, Schweden gefunden. Ursprünglich formte es ein Kreuz auf der Rückseite eines Meßgewandes. Ein ähnliches, aber gröberes Band geht um den Kragen.

Im Original hatte das Band folgende Daten:
Breite: 2,5 cm
Kette:  grüne und gelbe Seide
Broschierfaden: Goldlahn, um den Kern S-gesponnen, doppelt verwendet; blaue, gold-gelbe und schwarze Seide, doppelt verwendet
Brettchen: 39 (27 im Musterteil und an jedem Rand 6)
Alle Brettchen sind mit jeweils vier Fäden bezogen worden, (im Musterteil alle 27 Brettchen, 2 gelb und zwei grün, am Rand 2 grün, 2 gelb, 2 grün).
Das Band ist sowohl broschiert worden als auch in der Köpertechnik gewebt worden.
Aufzug: abwechseln S und Z.

Sog. Manipel des St. Adalrich

15. Jahrhundert
Riggisberg, Abegg Stiftung

 

Aisling-St.Aldarich-VorschauObwohl der Hl. Adalrich 973 starb wird dieses Manipel aus dem 15. Jhd ihm zugeschrieben. Dieses Band wurde im Benediktinerkloster in Einsiedeln gefunden.
 
Es befindet sich in der Abegg Stiftung, Riggisberg
 


Borte nach dem Gürtel der

Margarete van Eyck

 
Jan van Eyck (* um 1390 in Maaseik; † 1441 in Brügge) war ein flämischer Maler des Spätmittelalters.
1439 malte Jan van Eyck ein Portrait seiner Frau Margarete.
Typisch für diese Zeit ist der breite Gürtel, der ihre Houppelande in der Taille zusammenhält.
 
Anhand einer Zeichnung kann man nicht auf die Technik schließen, aber ich habe den Gürtel als Brettchenweberei nachgewebt, um zu sehen, ob es Übereinstimmungen gibt.

 ‚Anna Neuper's Modelbuch'

aus der Herzog-August-Bibliothek

in Wolfenbüttel.

 


Das schmale Buch mit handgeschriebenen Musteranleitungen für goldbroschierte gewebte Bänder wurde 1517
von Anna Neuper geschrieben.
Die siebzig Jahre alte Nonne aus dem St.-Klara-Konvent in Nürnberg notierte insgesamt 45 unterschiedliche Mustern.

Es ist eins der ältesten erhaltenen Musterbücher für textile Techniken.
 
Die Musterbreite variiert von 13 Brettchen bis zu 73 Brettchen.
 

Anleitung aus ‚Anna Neuper's Modelbuch'

aus der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel.


Auch hier habe ich einige Borten aus dem Musterbuch nachgewebt. Es handelt sich um die Musteranleitungen 83, 81, 78, 77 und 80  
Die Brettchen sind abwechselnd in Z-Richtung und in S-Richtung aufgezogen.

Borte nach dem Erfurter Schatzfund

vor 1349 gewebt

 

DAisling-Erfurt-Vorschauer Erfurter Schatzfund bestand nicht nur aus einem Gold- und Silberschatz, an vielen Gürtelapplikationen befanden sich noch Reste von Textilien.

Es handelt sich um einfarbige Brettchenweberei mit einer Struktur, wie man sie nicht aus früheren Zeiten kennt.

Der große Unterschied ist, dass diese Borten mit 6-Loch-Brettchen als ausgelassener Einzug gewebt wurde. Dabei wurden zwei Schussfäden verwendet.

Ein Gürtel aus der Markgräflichen-Badischen Sammlung

Baden Baden (Zähringer Museum, Inv. Nr. 1169)

Aisling-Spaetmittelalterlicher-Guertel-VorschauEs handelt sich um einen komplett erhaltenen Gürtel, der in dem Buch 'Gürtel des hohen und späten Mittelalters' ausführlich beschrieben wurde.

Mit 128 cm Länge und 1,5 cm Breite ist ein typisches Band für die 40er Jahre des 14. Jhds. Verziert wurde das brettchengewebte Band mit insgesamt 51 Besatzstücke, die ausführlich beschrieben und analysiert wurden. Das brettchengewebte Band wurde dagegen nur in einem Satz erwähnt.

Die aufwändigen Emailliearbeiten sind von hoher Qualität und deswegen wird vermutet, dass der Gürtel in französischen Werkstätten gefertigt wurde.