Schmuckbändchen der Moorleiche
von Dätgen
 
 
Aisling Daetgen VorschauDieses Band wurde vor 1911 im Moor von Dätgen gefunden. Richard Stettiner hat es in seinem Artikel 'Brettchenweberei in den Moorfunden von Damendorf, Daetgen und Torsberg' aus dem Jahre 1911 ausführlich beschrieben. Details dazu sind leider nicht bekannt.
 
Es handelt sich um ein einfarbiges Brettchengewebe, dessen Randbrettchen mit je vier Fäden bezogen wurden und bei dem im 'Musterteil' je zwei Fäden pro Brettchen verwendet wurden.

Das Original ist ca. 10 cm lang und 1,5 cm breit und endet in 'festgedrehten Schnüren' (Beschreibung von Karl Schlabow).

Es handelt sich um ein Band, das wahrscheinlich zwischen dem 2. und 4. Jhd. nach Christus hergestellt wurde.

Stettiner vermutet, dass es ursprünglich als Halsschmuck auf eine Bluse aufgenäht wurde, aber diese Bluse wurde nie gefunden.

This band had been found before 1911 in the moor nearby Dätgen as it is described in the article 'Brettchenwebereine in den Moorfunden von Damendorf, Daetgen und Torsberg' by Richard Stettiner, dated 1911.

It'a a single colourd band where the border tablets are threaded with 4 threads and the 'pattern tablets' are threaded with 2 threads per tablet.

The original is ca. 10 cm long and 1,5 cm wide.

It had probably been woven between the 2nd and 4th century.

Stettiner guesses that it had decorated the neckline of a tunika/blouse but the cloth has not been found.

 
Brettchenweben Daetgen5
Der Vergleich Orginal-Rekonstruktion
 
Daten:
Material: Wolle
Brettchen: 19 (je 5 Randbrettchen mit 4 Fäden bezogen und 9 Musterbrettchen mit 2 Fäden bezogen)
Länge: ca. 10 cm
Höhe: ca. 1,5 cm
Brettchenweben Daetgen1
Dieser optische Effekt entsteht, indem man das Band ca. 1,5 cm webt und dann ca. 1,5 cm die Brettchen dreht, allerdings ohne den Schussfaden einzulegen.

Brettchenweben Daetgen2

Hier ist die Borte wie im Fund auseinandergezogen.

Brettchenweben Daetgen3

Direkt nach dem Weben zieht sich das Band ein wenig zusammen. Das gibt sich aber, wenn man es benutzt.
 Aisling Daetgen Indigo
Die Wolle wurde hier mit Indigo traditionell gefärbt.
 
Literatur:
Möller-Wiering, S.: War and Worship, 2011, S. 41
Schlabow Karl: Textilfunde der Eisenzeit in Norddeutschland, Neumünster, 1976
Stettiner Richard: Brettchenweberei in den Moorfunden von Damendorf, Daetgen und Torsberg, Hamburg, 1911
 
Anleitung:
Karl Schlabow
 
Technik:
Schnurbindung/Stippengewebe